Die Geschichte der AWO
Auszug aus der Verbandsgeschichte
Die AWO in Hildesheim gehört zu den ältesten Verbänden der Arbeiterwohlfahrt in Deutschland.
Am 13. Dezember 1919 wurde die Arbeiterwohlfahrt in Berlin von der Reichtagsabgeordneten Marie Juchacz gegründet.
In den folgenden Monaten und Jahren wurden überall Ortsvereine, Kreisausschüsse, Landes- und Bezirksausschüsse ins Leben gerufen. Das führte dazu, dass die AWO bereits nach einigen Jahren im damaligen Reichsgebiet flächendeckend organisiert war.

- Elise Bartels, erste Vorsitzende der AWO in Hildesheim
1920 wurde die Arbeiterwohlfahrt in Hildesheim gegründet.
Die erste Vorsitzende wurde Frau Elise Bartels.
Eine der Mitbegründerinnen war Frau Marie Wagenknecht. 1922 löste Frau Wagenknecht Elise Bartels, sie wurde Mitglied des Reichstages, als Vorsitzende ab.
Die Arbeiterwohlfahrt gab in der damaligen schlechten Zeit nach dem ersten Weltkrieg Hungernden warme Mahlzeiten, wurde in der Jugend- und sozialen Gerichtshilfe, der Armenbetreuung sowie der Sozialhilfe tätig und bot Kindererholungen an.
Ein Zeugnis für die Notwendigkeit von Ferienwanderungen war die Teilnahme von oftmals mehr als 1.000 Kindern.
1933 besetzte die SA das Büro der Arbeiterwohlfahrt in der damaligen Wilhelmstraße, heute Jan- Pallach- Straße, und beschlagnahmte Akten und Inventar.
Die Arbeiterwohlfahrt wurde verboten. Den Mitgliedern drohten bei Fortsetzung ihrer Tätigkeiten Haftstrafen. 1945 erteilte die britische Militärregierung der AWO wieder die Lizenz.
Mitbegründerin und auch langjährige Geschäftsführerin war Frau Dora Ender, die auch dem ersten gewählten Stadtrat nach 1945 angehörte.
Die neugeschaffene Organisation hatte im November 1945 bereits Mitarbeiter in zwölf Stadtbezirken.
Diese hatten sich übrigens vorher von den Militärbehörden befragen lassen müssen.
Im günstigen Fall sah die Reaktion der Behörden dann so aus:
"... Kein Einwand gegenüber Ihrer Einstellung."
Im ersten eigenen Büro in der Kreuzstraße, einer "Nissenhütte" wurden Lebensmittel an Bedürftige ausgegeben. In einer Nähstube konnte man seine Kleidung ausbessern oder neue Kleidung anfertigen.
Im September 1951 wurde das Jugendwohnheim am Lerchenkamp eröffnet. Heute ist es ein psychiatrisches Wohn- und Übergangswohnheim, eine Einrichtung zur sozialen und beruflichen Wiedereingliederung mit betreutem Wohnen im ganzen Stadtgebiet.
Fünf Jahre später, 1964, wurde das Seniorenzentrum der Arbeiterwohlfahrt "Hinrich- Wilhelm- Kopf" in der Wilhelm- Raabe- Straße 6 bezogen. Auf dem Gelände in der Wiesenstraße wurde nach dem Krieg Stadtranderholung durchgeführt und ein Kindergarten eingerichtet, der 1972 durch eine neue Tagesstätte ersetzt wurde.
Das 1952 errichtete Erholungsheim für Berliner Kinder musste wegen baulicher Mängel abgerissen werden.
Eine weitere Kindertagesstätte im Neubaugebiet Itzum, Spandauer Weg wurde 1991 vom Rat der Stadt in die Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt gegeben.
Diese vier Einrichtungen, für die der Bezirksverband Hannover der Arbeiterwohlfahrt zuständig ist, werden hauptamtlich betreut.
Im Jahr 1999 gründete sich der AWO-Ortsverein Hildesheim-Sorsum. Der AWO Stadtverband besteht nun aus vier Ortsvereinen.
zum Teil 2 der Geschichte AWO Hildesheim
SOLIDARITÄT
TOLERANZ
FREIHEIT
GLEICHHEIT
GERECHTIGKEIT
Toleranz bedeutet nicht nur, andere Denk- und Verhaltensweisen zu dulden, sondern sich dafür einzusetzen, daß jedermann und besonders Minderheiten sich frei äußern können, in ihrer Religion und Weltanschauung nicht eingeschränkt werden und so leben können, wie sie es für angemessen halten. Toleranz endet dort, wo sie Gefahr läuft, mißachtet und mißbraucht zu werden. Solchen Gefahren stellt sich die Arbeiterwohlfahrt entgegen.


